Internationales Ausstellungsprojekt mit Performances, Podiumsdiskussionen, Filmreihe und Katalog

Akademie der Künste, Berlin (April – 11. Mai 2oo3)
Kuratiert von Nina Mücke und Angelika Sommer

Mit Arbeiten von Martin Assig, Miroslaw Balka, Joseph Beuys, Sophie Calle, Alicia Framis, Adrià Julià, Jürgen Klauke, Mischa Kuball / Laurence Weiner, Via Lewandowsky, Ingeborg Lüscher, Yana Milev, Aernot Mik, Mariko Mori, Antoni Muntadas, Muntean / Rosenblum, Ulrike Ottinger, Julian Rosefeldt, Cornelia Schleime, Mark Wallinger, Yuan Shun, Zhang Huan, u. a.

Mariko Mori, Kumano (Alaya), 1997-98, Video (DVD), 11 Min., ©Mariko Mori

Rituale gehören zu den wesentlichsten Ausdrucksformen unserer menschlichen Existenz. Über ihre Bedeutung in der kultischen und religiösen Praxis hinaus verweisen Rituale heute in einem ganz allgemeinen Sinn auf komplexe symbolische Handlungen und finden Eingang in die verschiedensten Bereiche von Kultur und Gesellschaft.

Das Projekt verfolgte das Ziel, sich mit der Bedeutung und Funktion von Ritualen in der Gegenwartskunst auseinanderzusetzen. Von Jürgen Klauke über Sophie Calle bis Mariko Mori befassten sich die KünstlerInnen mit Übergangsphasen und inneren Wandlungen, mit der Machtfrage der Geschlechter und der Veränderung ihrer traditionellen Rollen. Themen des Jugendkults und der Festkultur wurden ebenso aufgegriffen wie rituelle Handlungen des Alltags.

Um breit angelegte Kommunikations- und Bewusstseinsprozesse für dieses gesellschaftsrelevante Thema zu initiieren, konzipierten wir ein künstlerisches und wissenschaftliches Programm das grenz- und spartenüberschreitend ausgerichtet war. Dies war nur möglich durch die Kooperationen mit nationalen und internationalen Partnern und deren Unterstützung.

Die Ausstellung RITUALE umfasste Malerei, Zeichnungen, Skulpturen, Installationen, Fotografie, Performance und Videokunst. International renommierte und junge innovative künstlerische Positionen wurden einander gegenübergestellt. Ein wichtiger Bestandteil der Konzeption war eine subtile Ausstellungsgestaltung mit atmosphärischen Raumsituationen und die Einbindung des Publikums durch interaktive Installationen im Wechsel von Kontemplation und Konfrontation.

Performances
Zur Ausstellungseröffnung wurden folgende Performances uraufgeführt:
„Messias“ – Künstlerduo Böninger & Blau
„Turkish-Island“ – Nezaket Ekici
„Straight Line“ – Susanne Winterling

Begleitprogramm

RITUALE-Forum
in Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich „Kulturen des Performativen“ der Freien Universität Berlin

Das künstlerische Programm wurde durch ein öffentliches interdisziplinäres Forum begleitet. Das Ziel der Vorträge, Talks und Diskussionen war eine künstlerische und wissenschaftliche Bestandsaufnahme von Ritualen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und die Untersuchung positiver wie negativer Auswirkungen von Ritualen.

Forum I.
Ritual und Macht / Transfer Interrupted – Ritual und Zwang
Podiumsdiskussion am 13. April 2003 mit:
Dr. Dieter Mersch (Kunst- und Medientheoretiker), Cornelia Schleime (Künstlerin), Dr. Werner Sewing (Architektursoziologe), Marianne Wendt (Theaterregisseurin)
Moderation: Prof. Christoph Wulf (Sozialwissenschaftler)

Forum II.
Transformationsrituale / Rituelle Körperinszenierung
Podiumsdiskussion am 24. April 2003 mit:
Prof. Antje van Graevenitz (Kunsthistorikerin), Martin Blau & Stephan Böninger (Künstler), Anna Wassermeyer (Zen-Nonne)
Moderation: Prof. Erika Fischer-Lichte (Theaterwissenschaftlerin)

Forum III.
Real Life / Kommunikation / Spiritualität
Die Verbindung von säkularen und sakralen Ritualen

Podiumsdiskussion am 11. Mai 2003 mit:
Via Lewandowsky (Künstler), Prof. Renate Schlesier (Religionswissenschaftlerin), Dr. Sylvia Sasse (Literaturwissenschaftlerin)
Moderation: Prof. Erika Fischer Lichte (Theaterwissenschaftlerin)