NINA MÜCKE

– Bewusstseinsprozesse –

Kategorie: Allgemein

About Nothing

Eine Ausstellung mit Christine de la Garenne, Sabine Groß und Klaus Illi

20. September – 2. Oktober 2004, Guardini Galerie, Berlin

Die Ausstellung About Nothing konzentriert sich auf jene Aspekte des Nichts, wie sie im Zen-Buddhismus – über den Weg der Meditation – anvisiert werden. Der Meditierende nähert sich durch das Stillhalten von Körper und Geist einer mit Worten nicht zu beschreibenden Sphäre, in der sich das Denken – das von seiner Natur her in Gegensätzen und Unterscheidungen verhaftet ist – auflöst in reines Sein. Diese eher der Seele zuzuordnende Bewusstseinsebene wird innerhalb der Endlichkeit des Körpers als unendliches Nichts erfahren.

Jede der drei in der Ausstellung gezeigten Rauminstallationen beinhaltet als zentrales Element einen eigenen Rhythmus, der vielschichtige, auf Dualität beruhende Aspekte des Daseins thematisiert, aber auch universelle Bereiche jenseits dessen berührt.

Sabine Groß, Melancholia Modern (nach Dürer), 2005, Rauminstallation,
©Sabine Groß

Bei der Installation Melancholie Modern (nach Dürer) von Sabine Groß öffnet ein spiralförmig sich herunter- und am Tiefpunkt wieder heraufschraubender
Sound, der aus einem schwarzen Polyeder in den Raum hineinvibriert, ein schwingendes Universum. Dieser sphärische Sound wirkt wie ein Sog und ist eine abstrahierte und zugleich erfahrbare Umsetzung der Wirkung, die auch das Bild – das Ausgangspunkt der Installation ist – kennzeichnet. In dem komplex verschlüsselten Kupferstich „Melancholie“ (1514) von Albrecht Dürer ist der Polyeder Teil einer chaotischen Umgebung, in der ein Engel gedankenversunken seinen Blick in unbestimmte Weiten schweifen lässt. Energetische Schwingungen, die der Mensch durch bestimmte Techniken in seinem Körper aktivieren kann, werden zunehmend auch wissenschaftlich messbar. So haben Hirnforscher nachgewiesen, dass tibetische Mönche während der Meditation – deren Fokus „Mitgefühl“ ist – Gammawellen in ihrem Gehirn produzieren, deren Werte eine solch hohe Schwingung
erreichen, dass sie nach Meinung der Wissenschaftler „jenseits von Gut und Böse“ liegen.


Christine de la Garenne, BARBIZON, 2002, Videoinstallation,
©Christine de la Garenne

Christine de la Garenne hat aus der Videoaufnahme eines eher unspektakulären Naturmotivs ein monumentales Gemälde mit subtilen Irritationen geschaffen. In dem Video BARBIZON (2002) hat sie die Wolken eines Sonnenuntergangs digital bearbeitet, so dass eine leicht beschleunigte Vor- und Zurückbewegung entsteht. Die Absurdität dieses nicht enden wollenden Sonnenuntergangs wird durch eine fast statische Baumgruppe von dem steten Fließen eines ruhigen Flusses im Vordergrund des Videos kontrastiert.
In verschiedenen Meditationsanweisungen werden die unaufhörlich treibenden Gedanken metaphorisch als Wolken bezeichnet, die der
Meditierende lediglich beobachten möge, ohne sie festzuhalten. Dieses einfache
Vorbeiziehenlassen der Gedanken, gehört zu den schwierigsten Übungen überhaupt. Das Festhalten-Wollen sich in Bewegung befindender Phänomene, ist ein aussichtsloser Versuch… panta rhei. Alles fließt.

Klaus Illi, Rote Atemscheibe, Ø 90 cm, ©Klaus Illi

Bei Klaus Illi bestimmt das Ein- und Ausatmen einer einzigen roten, kreisrunden Membran den Ausstellungsraum. Seine mit Latex bespannte Konstruktionen sind Skulpturen im Raum, mit denen der Betrachter automatisch in Beziehung gerät, sobald er sich ihnen nähert. Auf den Impuls eines Sensors hin wird das entsprechende Objekt „beatmet“. Im Atemrhythmus selbst ist die Pause, die zwischen Ein- und Ausatmen entsteht, ein Moment der Leere, des Nichts. Befasst sich das Denken mit dualen Aspekten wie Leben und Tod, Endlichkeit versus Unendlichkeit, Sein und Nichtsein, stößt es fast immer an scheinbar unüberwindbare Grenzen. Eine andere im Zen-Buddhismus bevorzugte Technik, um den Geist zur Ruhe zu bringen, sind unlösbare Denkaufgaben – sogenannte Koans -, die den Meditierenden letztlich dazu bringen sollen, den Sprung über die Verstandesebene hinaus, in die Sphäre das ‚Nichts‘ zu wagen.

Nina Mücke, 2004 / Text aus der Eröffnungsrede: „About Nothing“

Das Unerklärte

Eine Ausstellung mit Martin Assig | Via Lewandowsky | Rémy Markowitsch | Susanne Winterling | Phillip Zaiser

18. Februar – 16. April 2004, Guardini Galerie, Berlin

Das Unerklärte kann als Motor des menschlichen Forschungstriebes betrachtet werden. Das Bedürfnis, uns selbst, sowie alles um uns herum erklären zu wollen, liegt in der menschlichen Natur begründet. Dabei geht es nicht nur um Neugier, den Willen zu expandieren und die Sehnsucht nach Sicherheit durch Wissen und beweisbare Fakten, sondern auch um die Angst vor Chaos und Kontrollverlust. Der zeitliche Rahmen, in dem Bereiche oder Phänomene wissenschaftlich als unerklärt bezeichnet werden, ist immer nur der gegenwärtige. Jeden Moment später kann eine Erkenntnis oder ein bahnbrechendes Forschungsergebnis das zuvor Unerklärte durchdringen, so dass es erklärbar und vom Verstand begreifbar wird.

Phillip Zaiser, o.T., 2004, Holz, 270 x 275 x 80 cm
Martin Assig, Magdalenenschwester, 2002, 260 x 412 cm, Enkaustik u. Tempera auf Holz, Courtesy Galerie Volker Diehl
Susanne Winterling, Karat 210, 2001,
Film /16 mm auf DVD, 5 Min.

Rémy Markowitsch, Cosmik Debris, Installationsansicht Guardini Galerie, Courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin

Das Unerklärte war 2003 ein thematischer Schwerpunkt der Guardini Stiftung. Philosophen, Kunsthistoriker, Astrophysiker, Mediziner und Theologen haben sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit diesem Thema auseinandergesetzt. Diese Ausstellung zeigt ausgewählte Positionen zu der Idee oder Vorstellung des Unerklärten in einer Zeit, in der alle nur denkbaren ‚Erklärungen’ per Mausklick zur Verfügung stehen und sich sowohl die künstlerischen Arbeitsprozesse wie auch die Themen radikal verändert haben.

Kunst und Religion setzen voraus, dass es über das rational Fassbare hinaus Dinge, Erfahrungen und Phänomene gibt, die uns ein Rätsel bleiben, bzw. ihr Geheimnis nicht über eine theoretisch fassbare Ebene offenbaren. Mit den Mitteln der Intuition, der Ahnung und Empfindung werden in der künstlerischen Produktion mitunter Brücken zwischen sichtbaren und unsichtbaren Welten geschlagen. Die Spannung, die aus einer solchen Verbindung resultiert, erzeugt die Faszination zahlreicher großer Kunstwerke. (…)

Nina Mücke, 2004 / Text aus der Eröffnungsrede: „Das Unerklärte“

between appropriation and interventions #1 + #2

realities / conditions / standards / positions / transformation

Participating Artists: Isabelle Arthuis (BE/FR), Gaelle Boucand (FR), Sebastian Denz (DE), Larissa Fassler (CAN), Philipp Fürhofer (DE), Christine de la Garenne (DE), Cyprien Gaillard (FR), Tamara Grcic (DE), Eva Grubinger (A), Mattias Härenstam (SE), Moritz Hirsch (DE), Carsten Höller (DE), Noel Jabbour (PS), Christina Kubisch (DE), Aage Langhelle (NO), Nicolas Moulin (FR), Nina Mücke (DE), Andreas Sell (DE), Grazia Toderi (IT), Mona Vatamanu & Florin Tudor (RO), Corine Vermeulen (NL/USA)

Kuratiert von Harald Theiss

Die Ausstellung wurde an folgenden Orten gezeigt:
// #1 Christianssands Kunstforeningen, Norway
// #2 Kunstquartier Bethanien, Berlin

Nina Mücke, Gate 111, 2011, Papier, Graphit, Kreide, Acryl, Holz, 134 x 69,5 cm / Foto: Martina Thalhofer

„Durch Nina Mücke’s minimalistische Interventionen werden Orte und Räume energetisch aufgeladen. Die Künstlerin verwendet dabei geometrische Muster als Symbol für kosmische Tätigkeit. Es ist ein Handlungsprozess im Raum und gleichzeitig der Weg aus dem Chaos heraus. Ihre Installationen sind auf der Grundlage der geometrischen Formen der 5 platonischen Körper konzipiert. Die Objekte und Fotos werden zu Empfängern, Sendern und Trägern spezifischer Energien, die auf kosmische und kristalline Strukturen universaler Ordnung verweisen. Geometrie und Mathematik sind für die Schöpfung, aber auch für das Verständnis des Universums, der Planetensysteme und selbst für die Formationen der Atome in den Zellen des menschlichen Körpers bedeutend. Diese mikro- und makrokosmischen Verbindungen dienen der Künstlerin als Inspiration und Forschungsfeld. (…)“

Aus dem Text zur Ausstellung between appropriation and interventions von Harald Theiss

Geometrie + Frequenz

Künstlerisches Forschungsprojekt (2006-2012)

Über einen Zeitraum von 6 Jahren arbeitete ich an dem künstlerischen Forschungsprojekt Geometrie + Frequenz. Begleitet von mystischen Studien entstanden Zeichnungen, Objekte, Modelle und Fotografien, in denen ich mich mit geometrischen Strukturen und den darin wirkenden Prinzipien kreativ und spielerisch auseinandersetzte. 2013 ist abschließend eine performative Fotoserie entstanden.

Nina Mücke, Sirius I, 2013, Series of Fine Art Inkjet Prints, each 29 x 29 cm (50 x 50 cm framed), Edition of 6 + 2 AP’s ©Nina Mücke

Nina Mücke, Sirius III, 2013, Series of Fine Art Inkjet Prints, each 29 x 29 cm (50 x 50 cm framed), Edition of 6 + 2 AP’s ©Nina Mücke

Geometrie ist wie eine universelle Sprache – sie als Ausdruck lebendiger ursprünglicher Strukturen zu erforschen, heißt für mich auch Bewusstseins- und Erkenntnisprozesse zu initiieren.

Während der Arbeit mit diesen Mustern kam es immer wieder zu einer Veränderung meiner Wahrnehmung und intuitiven Erkenntnissen von Zusammenhängen, die mit Worten nicht zu beschreiben sind. Die Verbindungen von Linien und Kreisen habe ich als – in Balance sich bewegende – weibliche und männliche Aspekte erfahren.


Eine Auswahl der Arbeiten dieses Forschungsprojektes wurde im Rahmen der Ausstellung between appropriation and interventions in der Kristiansand Kunsthalle in Norwegen und im Kunstquartier Bethanien in Berlin gezeigt.

Nina Mücke, Magnetisches Feld, 2011, Kreidezeichnung

Latest News

Juli 2020

Freie Art up-Plätze ab September

Infoveranstaltung / Videokonferenz am Do 13. August 2020
um 18 Uhr!

Wir stellen das Projekt Art up – Erfolg im Team vor. Sie erfahren mehr über die Rahmenbedingungen des Projektes und über seine Bausteine und können all Ihre Fragen stellen. Wir freuen uns auf Sie! Bitte melden Sie sich an unter: artup@lok-berlin.de

Mehr unter: https://art-up-berlin.de/

art up Berlin

März 2020

Online-Beratung und Mentoring via Zoom

Aufgrund der aktuellen Situation biete ich ab sofort die Möglichkeit an, Beratungs- und Mentoring-Termine online via Zoom wahrzunehmen.

Zusätzlich können Beratungen in der Zeit von März bis September auch während eines gemeinsamen Spaziergangs in einem Berliner Park oder Wald stattfinden.


Für Terminvereinbarungen bitte ich um eine kurze Email mit Angabe einer Telefonnummer. Ich rufe zeitnah zurück
.

Bleiben Sie gesund!


Dezember 2019

Studio Visit / Atelierbesuch
60 Min.*

Mögliche Themenfelder:

  • Einschätzung deiner individuellen Stärken + Potentiale
  • Artist Statement: Selbstdarstellung Arbeitsweise / künstlerisches Thema
  • Kurzberatung finanzielle Freiheit: Unkonventionelle Strategien + Wege
  • Vorbereitung einer Ausstellung: Auswahl / Gruppierung / Positionierung
  • Präsentations-Check: Werkgruppen / Rahmung / Website / Portfolio, etc.

*
Bei Terminvereinbarung bis zum 31.12.2019
gilt ein Angebotsspecial mit reduziertem Stundensatz.
Details und Termine bitte per Email erfragen.


September 2019

Die Art up – Erfolg im Team Website ist online!

Art up – Erfolg im Team unterstützt Kunstschaffende mit Wohnsitz in Berlin darin, sich auf dem Kunstmarkt zu positionieren. Mit in der bildenden Kunst etablierten Expert*innen werden individuelle Strategien für die Vermarktung der künstlerischen Arbeiten erarbeitet.


Zero Waste Workshop „Müllvermeidung im Alltag“ zusammen mit Larissa Rickli bei der Jahrestagung der Ehemaligen Stipendiat*innen der Heinrich Böll Stiftung e.V. :

6.-8.9.19 Jahrestagung – Planet Plastik

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